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GHVS Kopf

Der alte Mann aus Cury   

- Englische Volksmärchen- keltisch

Es ist mehr als 100 Jahre her! Da ging ein alter Mann aus Cury an der Bucht spazieren. An einem Felsen sah er ein Mädchen mit langem hellem Haar sitzen. Er konnte ihr Gesicht nicht sehen, das dichte Haar verdeckte es. Sie spiegelte sich in einem Wasserloch. „Nun, Mädchen, was tust du hier allein?“ Sie glitt ins Wasser.
„Hab´keine Angst, ich bin alt, ich tue dir nichts!“ Sie steckte den Kopf aus dem Wasser. Da sah er, dass sie weinte. „Ich bin hierher gekommen von Fels zu Fels und weiß nicht, wie ich zurückkommen soll. Mein Mann und die Kinder schlafen. Wie soll ich über den Sand ins Meer kommen? Kannst du mich nicht tragen? Wenn du das tust, kannst du dir auch drei Dinge wünschen!“


Er zögerte nicht, sie tat ihm leid. Er kniete nieder, nahm sie auf den Rücken und trug sie über den Sand zum Meer. „Nun, was wünschst du dir?“ „Wenn du es kannst, so gib mir die Kraft, meinen Nachbarn Gutes zu tun. Gib mir, zweitens, die Fähigkeit, Krankheiten zu heilen, und drittens, Diebe zu entdecken und das Gestohlene zu finden.“ „Das sollst du haben! Komm Morgen zur Flut an den Felsen und ich lehre dich alles.“ Sie waren am Wasser angekommen. Da nahm sie ihren Kamm und reichte ihm den. „Rufe mich und kämme damit das Wasser, dann bin ich da!“


Sie glitt von seinem Rücken ins Wasser und warf ihm einen Handkuss zu. Da war sie auch schon verschwunden.


Der Mann war zur rechten Zeit am Felsen. Sie weihte ihn in alle Geheimnisse ein. Sie lehrte ihn, wie man den Nachbarn Gutes tun kann, wie die einzelnen Krankheiten zu heilen sind und woran er Diebe schon von weitem erkennen kann und wie er das Gestohlene findet. Er war glücklich! Nun konnte er viel Gutes tun!


Sein Wissen gab er den Nachfahren weiter. Bis heute haben sie den Kamm ihres Vorfahren, den ihm die Meermaid geschenkt hat, aufbewahrt.
Unangenehme Zweifler denken, das sei ein Haifischkiefer, aber ich glaube das nicht. Und wenn schon, die Hauptsache ist, dass die Leute so viel Gutes getan haben und heute noch tun. Stimmt´s?

Erzählfassung Gertrud Hempel  
 

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